Mit Insektiziden gebeiztes Saatgut nach wie vor ein Problem

Der DBIB sieht nach wie vor das Sähen, von mit Insektiziden Beizmitteln behandeltem Saatgut bei Wind, als ein Problem. Erstens kommt Methiocarb in der Zeit der Maissaat immer noch im Pollenmonitoring der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim vor! Wie soll es da hin kommen, wenn nicht durch das Saatgut? Demnach funktionieren die Deflektoren nicht so wie gewünscht. Zweitens wird heute noch immer der gleiche Kleber verwendet wie in 2008 und davor. Trotzdem sind auch heute noch die weißen Saatgutbehälter nach kurzer Anwendungszeit rot gefärbt. Also gibt’s immer noch diesen Abrieb!

Drittens ist die Problematik der pneumatischen Sämaschinen nicht erst seit 2008 wissenschaftlich festgestellt, sondern seit September 2002 amtlich dokumentiert.

Begründung: Methiocarb war nach der weltweit größten Bienenvergiftung aus legaler Anwendung in 2008, genauso wie Clothianidin verboten worden. Im Gegensatz zu Clothianidin wurde Methiocarb aber wieder als Beizmittel am Mais zugelassenen, aber mit Auflagen versehen. Diese Auflagen funktionieren im Sinne eines verlässlichen Bienenschutz 11 Jahre nach diese Katastrophe immer noch nicht.

Es könnte daran liegen, dass sich das Märchen, mit dem nicht haftenden Beizmitteln als einziger Grund für die Katastrophe, so in der Branche verfestigt hatte, dass man wohl den Weg des Giftes total ausgeblendet hat. Dass dieser Weg aber immer noch funktioniert, dafür gibt es eben diese oben genannten Belege.

Christoph Koch

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