Häufig gestellte Fragen

Was waren die wichtigsten Projekte der letzten Jahre?

Ganz aktuell ist natürlich die Ausnahme der Imker vom Sonntagsfahrverbot zu nennen. Das brauchte sehr langen Atem und ist auch ein schönes Beispiel, dass unsere Arbeit nicht exklusiv für Vollerwerbsimkereien geleistet wird. Vom Sonntagsfahrverbot waren gerade ambitionierte sogenannte Hobbyimker betroffen. Ein normaler Pickup mit Anhängerkupplung galt auch mit dem kleinsten Anhänger für die Bienen schon als LKW im Sinne des Sonntagsfahrverbots. Grade Imker, die nebenbei auch noch einem Hauptberuf nachgehen, konnten an einem Sonntag die Bienen nicht in die Bestäubung bringen oder bei drohendem Hochwasser aus einer Flussaue holen. Während der Vollerwerbsimker die Option hatte, erst am Montag zu fahren, muss der Nebenerwerbsimker dann schon wieder am Arbeitsplatz sein.

Ein wichtiges Projekt ist für uns die bienenfreundlich produzierte Milch „Sternenfair“. Hier zeigen wir seit 2010, dass bienenfreundliche Produktionsweisen für die Landwirte wirtschaftlich erfolgreich sein können.

In der letzten Milchkrise war das Höfesterben wieder auf Rekordniveau. Von den Landwirten, die mit unserer Unterstützung die bienenfreundlich produzierten Milchprodukte vermarkten, hat in der gleichen Zeit kein einziger aufgeben müssen.

Dieses Projekt steht auch im Zusammenhang mit unseren Initiativen für bienenfreundliche Landtechnik. In Donaueschingen war ja diesmal nicht nur Imkereitechnik zu sehen, sondern auch ein Doppelmessermähwerk gegen Mähverluste, die Dropleg-Düse gegen zu hohe Spritzmittelrückstände im Honig sowie das Fahrgestell von einem Agrarroboter für digitalen Pflanzenschutz als Alternative zum chemischen Pflanzenschutz.

Ein schon etwas länger zurück liegender Erfolg, der sich aber nach wie vor positiv für die gesamte Imkerschaft auswirkt, ist der Zugang zu Eu-Fördermittel für den einzelnen Imker durch den Einstieg in die  EU-Förderung 1212/95. Dies erfolgte zunächst über den Freistaat Bayern und wurde später von den anderen Bundesländern übernommen.

Zum Verbot des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen in Deutschland und dem Teilverbot der bienengefährlichen Neonicotinoide konnten wir ebenfalls einen wesentlichen Beitrag leisten.

Was sind aktuell die wichtigsten Projekte des DBIB?

Wir können in Deutschland und Europa auf unsere bisherige Arbeit aufbauen und haben inzwischen auch ein sehr umfangreiches Netzwerk von anderen Verbänden. Somit kämpfen wir heute nicht mehr allein auf weiter Flur.

So haben wir inzwiwschen sogare die EU-Kommission auf unserer Seite, bei unserer Forderung nach einem vollständigen Verbot der Neonicotinoide. Gleichzeitig arbeiten wir auch mit der EFSA daran, dass neue Wirkstoffe vor der Zulassung besser geprüft werden.

Wir haben es erreicht, dass wir die Genetik der Honigbiene unter eine Open Source Lizenz der Apimondia stellen können und arbeiten daran, dass dies von möglichst vielen Zuchtverbänden auch umgesetzt wird.

In Donaueschingen haben wir auch sehr erfolgreich für Spenden für die Fortsetzung unseres Formschungsprojekts zur Wirkungsweise der Ameisensäure geworben und können nun gemeinsam mit der Freien Universität Berlin und der Firma Bayer durchstarten. Dies ist auch ein Beispiel dafür, dass wir nicht ideologisch unsere Prioritäten setzen, sondern pragmatisch nach Lösungen suchen und dabei auch mit Firmen zusammenarbeiten, mit denen wir vielleicht an anderer Stelle erhebliche Interessenskonflikte haben.

Eine relative neue Initiative, die wir auch auf EU-Ebene voran treiben, ist die Imkerei als steuerfreie Aktivität. Als Ergebnis der Bestäubung generieren wir zehnmal den wirtschaftlichen Nutzen für die Gesellschaft für jeden Euro, den wir an Honigabsatz haben. Wenn wir Apfelblüten-Honig produzieren, haben unsere Bienen der Gesellschaft mit der Bestäubung der Apfelkulturen Dienstleistungen im 10fachen Wert, von dem, was wir für den Honig berechnen, erbracht.

So ist der Beitrag der Imker für die Gesellschaft um eine Größenordnung höher als das, was durch die Besteuerung eingesammelt werden könnte, selbst wenn einen Steuersatz von 100% auf unseren Umsatz erhoben würde. Bevor wir das erste Glas Honig verkaufen, haben wir unsere Steuern bereits in Form von Bestäubung an die Gesellschaft gezahlt.

Daher ist die einfachste und unbürokratischste Art, den Imkereisektor zu unterstützen, ist, ihn steuerfrei zu stellen. In Deutschland ist unser Vorschlag besonders leicht umzusetzen. Es ist möglich, den existierenden §13a für die Imkerei so zu verändern, dass die Pauschale auf Null gesetzt wird und die Deckelung entfällt. Gerade die Imker mit größeren Völkerzahlen sind besonders für die Bestäubung in der Kulturlandschaft wichtig. Der Hobbyimker hat seine 1-3 Bienenvölker daheim im Garten, wo sie dem Landwirt wenig nützen. Daher macht es keinen Sinn, die §13a Regelung zu deckeln.

Eine zusätzliche Förderung der Imkerei ist dringend notwendig, denn die Nachfrage nach Honig aus der Region ist groß und deutscher Honig hat nach wie vor einen zu geringen Marktanteil. Slovenien hat in den letzten Jahren gezeigt, dass sich die heimische Nachfrage bei guter Zusammenarbeit von Verbänden und Politik erheblich steigern lässt.

 

Seit wann gibt es den DBIB?

Die Gründung war Ende Oktober 1928 in Soltau. . Damals waren die großen Heideimker schon sehr professionell organisiert, um nicht nur mit Honig, sondern auch mit der Bestäubung im Alten Land sowie der Versorgung anderer Regionen mit Kunstschwärmen zu verdienen.

 

Wieviele Berufs- und Erwerbsimker gibt es in Deutschland?

Um die Zahl der Berufsimker zu ermitteln, ist zunächst eine Definition notwendig, um die statistische Abgrenzung zum sogenannten „Hobbyimker“ zu ermöglichen.

Unser Verband (DBIB) sieht sich als Vertretung der erwerbsorientierten Imker. Das sind, genau wie in der Landwirtschaft, nicht nur die Vollerwerbsbetriebe. Es gibt viele Imker, die neben Ihrer hauptberuflichen Tätigkeit noch einen kleinen Familienbetrieb im Nebenerwerb führen, der auch einen Beitrag zum Familieneinkommen leistet.

Bei unseren Veranstaltung Donaueschingen und Celle kann man gut sehen, dass die Zahl der Imker, die sich für Themen der Berufsimkerei interessieren stark gewachsen ist. In den letzten 10 Jahren sind die Besucherzahlen in Donaueschingen von unter 1000 auf über 5000 gestiegen.

Ein weiterer Datenpunkt ist die Zahl der Beitragszahler bei der Berufsgenossenschaft. Ab einer Völkerzahl von 30 ist diese Mitgliedschaft verpflichtend.  In den letzten Jahren ist die Zahl der Imker, die Mitglieder in der Berufsgenossenschaft sind, von etwa 4000 auf 6500 gestiegen.

Da die viele Imker versuchen, die zum Teil sehr hohen Beiträge von bis zu 10 Euro pro Bienenvolk zur Berufsgenossenschaft zu vermeiden, indem die Völker auf Oma, Opa und Onkel verteilt werden, ist die Zahl der Beitragszahler hier als eher als zu niedrig anzusehen. Ab 30 Bienenvölker beginnt also die Verpflichtung zur Mitgliedschaft. Es sind in Deutschland aber auch Vollerwerbsbetriebe mit bis zu 2600 Bienenvölkern dabei. Bei einer durchschnittlichen Völkerzahl der beitragszahlenden Betriebe von 60 Völkern ergibt sich, dass mehr als die Hälfte der Bienenvölker in Deutschland von Imkern im Haupt- oder Nebenerwerb bewirtschaftet werden.

Dies ist insbesondere für die Bestäubung in der Landwirtschaft wichtig, denn der durchschnittliche Hobbyimker hält nur 2 bis 3 Bienenvölker. Diese werden im eigenen Garten oder in der Nähe des Wohnortes aufgestellt. Wer 30 oder mehr Völker hat, braucht Standplätze in der Kulturlandschaft, die häufig von Landwirten zur Verfügung gestellt werden.

Hat sich der Beruf in den letzten Jahrzehnten verändert?

Imkerei ist ein extrem offenes System. Ein Bienenvolk beweidet ein Gebiet von mindestens 30 Quadratkilomentern. Was dort passiert hat einen großen Einfluss auf die Gesundheit unserer Bienen und die Qualität und Vermarktbarkeit unserer Bienenprodukte. Eingeschleppte Bienenkrankheiten und Parasiten haben die Imkerei deutlich schwieriger gemacht. Die Intensivierung der Landwirtschaft reduziert die Vielfalt des Nahrungsangebotes und Pestizide gefährden die Bienengesundheit. Auch vor Kontaminiationen unser Bienenprodukte müssen wir versuchen uns zu schützen. Der Klimawandel verändert die Blühzeitpunkte und zwingt die Imkerei zur immer neuen Anpassungen der Betriebsweisen. Die Arbeit an den Bienen erfordert heute daher eine bessere Ausbildung und auch effektivere Verbandsstrukturen, um gemeinsam an Problemlösungen zu arbeiten.